
Warum die Burgsdorfer genau 19 Obstbäume gepflanzt haben - und nicht mehr
Im Eisleber Ortsteil Burgsdorf soll auf einer Brachfläche ein Streuobstwiese entstehen. Bei einer Pflanzaktion sind jetzt 19 Bäume gesetzt werden. Die Anzahl hatte einen speziellen Grund.
Von Jörg MüllerAktualisiert: 17.03.2026, 16:04

Burgsdorf/MZ - Eine Streuobstwiese soll im Eisleber Ortsteil Burgsdorf entstehen. Mit Unterstützung durch Sponsoren konnten jetzt auf einer Fläche am Bolzplatz die ersten Bäume gepflanzt werden. Dass es genau 19 Setzlinge waren, die in die Erde gebracht wurden, hatte einen speziellen Grund.
Denn laut einer Richtlinie des Umweltministeriums Sachsen-Anhalt können Streuobstwiesen mit mindestens 20 Bäumen als besonders geschützte Biotope ausgewiesen werden. Das hätte allerdings einen erhöhten Pflegeaufwand zur Folge. Deshalb entschieden sich die Burgsdorfer, nur 19 Bäume zu pflanzen. „Sonst hätten wir vielleicht auch mehr Bäume gepflanzt“, sagte Ortsbürgermeister Dittmar Jung (CDU) zur MZ.
Erhöhter Pflegeaufwand für geschützte Streuobstwiese
Laut Stadtsprecherin Daniela Messerschmidt gibt es im Naturschutzgesetz keine genaue Festlegung, ab wie viel Bäumen eine Streuobstwiese als geschütztes Biotop ausgewiesen werden kann. Lediglich in der Biotop-Richtlinie ist eine Mindestanzahl von 20 Bäumen genannt. Zum erhöhten Pflegeaufwand erklärte sie, dass für Streuobstwiesen aufgrund ihrer Einstufung als geschützte Biotope besondere Unterhaltungsvorschriften in Bezug auf Baumschnitt und Mahd gelten würden.

„Streuobstwiesen sind wichtiger Lebensraum für bis zu 5.000 Tierarten, die hier beheimatet sind beziehungsweise ihre Nahrung finden “, so Messerschmidt. „Sie sollten nur einmal im Jahr gemäht werden, um die Krautschicht mit Gräsern, Kräutern und niederen Stauden als Lebensraum zu belassen.“ Auch ein Verschnitt der Baumkronen müsse regelmäßig vorgenommen werden, damit genügend Licht auf die Krautschicht falle.
Jäger und Agrargenossenschaft haben Bäume gesponsert
„Durch die natürliche Belassenheit einer Streuobstwiese entsteht schnell der Eindruck, dass das Areal verwildert sei“, so die Stadtsprecherin, die in diesem Zusammenhang an die regelmäßigen Beschwerden von Einwohnern zu den Grünflächen auf dem Alten Friedhof in Eisleben erinnerte. 2021 hat die Unesco die Streuobstwiesen als sogenanntes immaterielles Kulturerbe anerkannt.
Weihnachtsgeschenk für die Wohngemeinschaft: Elcowire spendet 3.000 Euro an Kinderheim Harkerode
Ein festlich geschmückter Weihnachtsbaum, duftendes Mittagessen und große Freude: Die Wohngemeinschaft des Kinderheims Harkerode in Hettstedt erhielt von Elcowire eine Spende über 3.000 Euro.
17.12.2025, 19:00

Hettstedt/MZ - Melissa Kommas und Mario Burghausen staunen, als Heimleiter Torsten Fricke sie durch die kleine Wohngemeinschaft in der Hettstedter Breitscheidstraße führt. Der Weihnachtsbaum glitzert in der gemütlichen Wohnstube. In der Küche steht Erzieherin Yvonne Polarccyk am Herd und brutzelt Geschnetzeltes und Pilze, damit das Mittagessen fertig ist, wenn die Mädchen und Jungen nach Hause kommen. Die Strukturen sollen möglichst wie in einer Familie sein, erklärt Fricke den Gästen.
Für acht Mädchen und Jungen sowie zwei junge Frauen ist die Wohngemeinschaft, die zum Kinderheim Harkerode gehört, das Zuhause. Eine der jungen Frauen hat eine Ausbildung in Eisleben begonnen und sucht dort bezahlbaren Wohnraum. Die Jüngeren besuchen Schule und Kita, gehören Vereinen an und lieben es, vor dem Haus auf dem Bolzplatz zu spielen. Das ist gerade ganz groß angesagt, weiß Polarccyk, die in diesem Jahr Heiligabend mit den Kindern verbringt.
Entsteht eine Patenschaft zwischen dem Kinderheim Harkerode und der Firma Elcowire?
Gespannt hört der Besuch zu. Kommas ist Personalchefin der Firma Elcowire in Hettstedt, Burghausen der Betriebsratsvorsitzende. Sie haben an diesem Tag die Aufgabe, einen Spendenscheck über 3.000 Euro an die Wohngemeinschaft zu übergeben – ein Weihnachtsgeschenk für alle. Was genau mit dem Geld gemacht wird, darüber wird noch beraten. Und wenn es nach Fricke geht, sollen Kinderheim und Firma auch künftig Kontakt halten. Er spricht von gegenseitigen Besuchen und Praktika der Jugendlichen im Betrieb.
Beim Rundgang zeigt Fricke den Gästen auch den Neubau, der gleich nebenan mit Mitteln aus der Strukturförderung wächst. „Kupferblümchen“ soll das Haus heißen. Warum? Die Geschichte erzählt Fricke genauso gern wie er über das Kinderheim berichtet. Fast wäre nämlich nichts aus dem Neubau geworden, weil sich das Kupferblümchen auf der Fläche, die nun Baustelle ist, so wohlfühlte. Aber Fricke schlug vor, die Erde vorsichtig auf das Dach des entstehenden Flachbaus aufzubringen und dem Kupferblümchen sein Zuhause zurückzugeben – nur eine Etage höher.
Ferien auf Rügen: Heimkinder treffen Forschungsschiff
Ferien wie aus dem Bilderbuch: Kinder aus Harkerode erleben auf Rügen Sonne, Meer und ein Abenteuer auf dem Forschungsschiff „Capella“. Heimleiter Fricke erzählt, warum diese Reise besonders war.
Von Beate Thomashausen08.08.2025, 13:23

Harkerode/MZ - Heimleiter Torsten Fricke ist selbst ganz begeistert, wenn er über dieses besondere Ferienerlebnis der Harkeröder Kinder berichtet. Wie muss das dann erst für die Mädchen und Jungen gewesen sein? Fricke lacht. „Die haben auf jeden Fall was zu erzählen, wenn sie in der Schule nach ihren Ferienerlebnissen gefragt werden.“ Aber der Reihe nach.
Es ist Tradition für die Mädchen und Jungen, die im Kinderheim in Harkerode ihr Zuhause auf Zeit haben, dass sie in den Sommerferien zur Insel Rügen fahren. Dort hat das Kinderheim vier Bungalows zur Verfügung, die in jedem Jahr das Feriendomizil sind.
Sommerferienfeeling für die Kinder aus Harkerode an der Ostsee
Mit den Erziehern mehrere Tage rund um die Uhr gemeinsam zu verbringen, schon das ist eine Besonderheit, beschreibt Fricke. Baden, buddeln, abends grillen und lange aufbleiben – auch das sorgt für das Harkeröder Sommerferienfeeling. Und mit dem kleinen Boot des Kinderheims werden schließlich Touren auf der Ostsee unternommen.
Und bei einer solchen Gelegenheit traf man auf die „Capella“, ein deutsches Vermessungsschiff, das vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg betrieben wird. Eigner des Schiffes ist die Bundesrepublik Deutschland. Kapitän Roland Völkner gestattete den Kindern, an Bord zu kommen, stellte ihnen Schiff und Besatzung vor, ließ sie die Brücke erkunden und dort auch auf den Kapitänsstühlen Platz nehmen. „Zum Schluss wurden die Kinder noch auf ein Eis in die Kombüse eingeladen“, berichtete Fricke über das außerordentliche Ereignis, bei dem er sogar selbst mit dabei war.
Ein Boot beladen mit Rostern für die Besatzung der „Capella“
Die Mädchen und Jungen waren von dem Besuch auf der „Capella“ nicht minder begeistert wie ihr Heimleiter. Am Abend beim Grillen beschlossen sie als Dankeschön Thüringer Rostbrater für die Capella-Besatzung zu brutzeln und ihnen aufs Schiff zu bringen, quasi als Gruß aus der Mansfelder Heimat.
„Ich fand die Idee schön“, sagte Fricke, der glaubt, dass auch diese Bootsfahrt in der Abenddämmerung, beladen mit Rostern für eine ganze Schiffsmannschaft, den Kindern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Kinderheim in Harkerode soll erweitert werden - Welche Besonderheit es dabei geben soll
In Hettstedt will die Stiftung Kinderheim Harkerode mit dem „Kupferblümchen“ seine Einrichtung erweitern und dabei sogar Modellcharakter haben, denn es soll eine Besonderheit geben ...
Von Tina Edler05.06.2024, 15:15
Harkerode/Hettstedt/MZ. - Die Stiftung Kinderheim Harkerode will seine Einrichtung erweitern und plant den Neubau eines Heims in Hettstedt. Die Besonderheit dabei:
Neues Heim hat Modellcharakter
Das Objekt, das den Namen „Kupferblümchen“ trägt, hat Modellcharakter, denn hier werden Heimkinder und Senioren unter einem Dach wohnen.
Die Idee dazu ist in Harkerode geboren. Dort befindet sich in einem ehemaligen Schloss das Haupthaus der Stiftung Kinderheim Harkerode. „Es ist nicht selten, dass ältere Leute kommen und neugierig vor dem Schlosspark stehenbleiben“, sagt Torsten Fricke, Vorstand der Stiftung Kinderheim Harkerode, der die Leute dann zum Besuch in das Kinderheim einlädt.
Schnell finden Jung und Alt dann zueinander, hat der Heimleiter dabei beobachtet. „Warum also gibt man nicht älteren Leuten, die das wollen, die Möglichkeit, mit Kindern dauerhaft zusammen zu sein?“, fragt Fricke.
Kinder und Senioren könne voneinander lernen
Denn davon würden alle profitieren. Kinder, Senioren und sogar Erzieher, die sich gegenseitig im Alltag unterstützen und so ein Miteinander entsteht. „Und es ist ein enormer Wissensaustausch. Kinder sind neugierig und ältere Leute haben einen Überschuss an Erlebnissen zu erzählen“, sagt Fricke.
Gebaut werden soll das neue Objekt ab 2025 in der Rudolf-Breitscheid-Straße in Hettstedt. Dort gibt es bereits eine Außenstelle des Kinderheims mit acht Plätzen und einem Zusatzgebäude mit zwei Wohnungen für Mütter mit Kindern.
Ebenso hat die Stiftung auch je eine Unterkunft am Hettstedter Schützenplatz und in der Brunnenstraße. Wie bei all denen soll auch das neue Haus einen eigenheimähnlichen Charakter haben, bei denen man nicht auf den ersten Blick sieht, „dass es ein Kinderheim ist“, sagt Fricke.
Bungalowstil und mit Modulen
Im Bungalowstil und mit Modulen, die jederzeit veränder- und erweiterbar sind, bietet das neue Haus mit über 500 Quadratmetern dann Platz für zehn Bewohner – egal ob in der Kombination acht Kinder und zwei Senioren oder einer anderen Durchmischung.
Zusätzlich gibt es Gemeinschaftsräume, Zimmer für die Erzieher, eine Garage und vieles mehr. Gemeinsam mit den Erziehern hat Fricke verschiedene Varianten der Raumaufteilung auf dem Papier ausprobiert und anhand jahrelanger Berufserfahrung den finalen Plan entworfen.
Wichtig dabei sei, dass jedes Kind ein eigenes Zimmer und damit auch Privatsphäre haben soll, dazu gehöre bestmöglich ein eigenes Bad, sagt Fricke. Wichtig sei auch, dass beispielsweise die Küche offen und mit dem Arbeitsbereich gerichtet in den restlichen Wohnraum zeigt. „Damit der Erzieher zu seinen Kindern guckt“, erklärt Fricke.
Übrigens kommt der Name „Kupferblümchen“ nicht von ungefähr. Bei der Begehung des Geländes mit dem Umweltamt ist eben jenes Pflänzchen ins Auge gefallen, was für die ehemalige Bergbauregion und vor allem für Hettstedt typisch ist. „Da war klar, dass wir das Projekt danach benennen“, sagt Fricke.

Mit Fördermitteln finanziert
Rund 1,5 Millionen Euro kostet der Neubau, wovon zehn Prozent Eigenanteil der Kinderheimstiftung seien, der Rest sind Mittel von Bund und Land im Rahmen des Strukturwandels. Der Weg hin zu den Fördermitteln sei aber nicht einfach gewesen, sagt Fricke.
Bereits vor einigen Jahren hatte er sich diesbezüglich erkundet. Allerdings scheiterte die erste Anfrage bei den Behörden. Fricke blieb, wie er selbst sagt, hartnäckig, denn im Bereich der Heimerziehung gebe es sonst keine wirklichen Fördermittel. In das Strukturwandel-Programm habe man dann doch reingepasst, denn ein Punkt ist die berufsbegleitende Ausbildung.
„Alle unsere Einrichtungen sind Ausbildungsstätten“, sagt Fricke. Außerdem wird das neue Gebäude auch die Voraussetzungen der energetischen Qualifizierung erfüllen, da sowohl Photovoltaik zur Stromerzeugung als auch Solar zur Warmwasseraufbereitung vorhanden sind.
Kulinarische Adventsserie Pommes statt Klöße? - Was an Weihnachten im Kinderheim in Harkerode auf den Tisch kommt
Wie bringt man wohl an den Weihnachtsfeiertagen im Kinderheim Harkerode die verschiedenen Essenswünsche der Kinder unter einen Hut oder besser in einen Topf?
Von Beate ThomashausenAktualisiert: 11.12.2023, 10:27
Harkerode/MZ. - Wer denkt, dass es im Kinderheim in Harkerode womöglich Pommes und Nuggets anstelle eines Weihnachtsbratens gibt, der irrt. Es wird nämlich ganz traditionell zugehen, beginnend mit Kartoffelsalat und Würstchen am Heiligen Abend, gefolgt von Entenbraten mit Rotkohl und Klößen am ersten Weihnachtsfeiertag.
Ganz gewissenhaft überlegen die Mädchen und Jungen der Wohnbereiche 1 und 2, was sie wohl alles brauchen werden, um das Festessen an Heiligabend und den beiden Feiertagen vorzubereiten. Und so füllt sich zusehends die Einkaufsliste, zu der jeder etwas beiträgt. Die Ente steht dabei ganz oben auf der Liste. Drei bis vier Kilogramm darf die schon wiegen, schließlich wollen rund zehn Personen davon essen. Auf den Zettel werden noch Kartoffeln und Klöße geschrieben. Rotkraut wird gebraucht, Äpfel und Orangen, um die Ente zu füllen. Und fast wäre der Nachtisch vergessen worden. Es soll Pudding geben.
Die Einkaufsliste gehört zu den weihnachtlichen Ritualen
Marie (17) kennt den Ablauf des Weihnachtsfests in Harkerode schon ganz genau und freut sich auf die Feiertage, ebenso wie die 15-jährige Melodie. Die gemeinsamen Rituale sind ihnen vertraut. Gemeinsam zu beratschlagen, was auf den Tisch kommen soll und dann die Einkaufsliste zu schreiben, sind Teile des vorweihnachtlichen Rituals.
Schon alles erledigt auf der weihnachtlichen Checkliste?
Erzieherin Sabrina Klotz macht auch aus dem einfachen Schreiben der Einkaufsliste ein kleines Fest, das den Kindern im Gedächtnis bleiben wird. Gemeinsam sitzt man bei selbst gebackenen Plätzchen und Kakao am großen Küchentisch des Wohnbereichs.
Es wird nicht nur gemeinsam der Einkaufszettel geschrieben, zu dem jedes Kind etwas beiträgt. Es werden auch noch Baumanhänger ausgemalt, gemeinsam gerätselt, welche Weihnachtsbräuche es wohl in anderen Ländern gibt, es wird ein Lied gesungen und die Weihnachtscheckliste abgehakt. Da hat Klotz einiges notiert, was vor Weihnachten noch zu erledigen ist.
Punkt für Punkt fragt sie ab: „Haben wir schon Plätzchen gebacken?“ „Ja.“ Ein Haken kommt an diesen Punkt. Einen Weihnachtsfilm hat man schon gemeinsam geschaut und eine Weihnachtsgeschichte gelesen und na klar, die Adventskalendertürchen öffnet jeder am Morgen.
Pokemon und Süßigkeiten stehen ganz oben auf den Wunschzetteln
Und die Wunschzettel sind auch geschrieben. Süßigkeiten stehen bei der zehnjährigen Taylor ganz oben auf der Liste. Und die elfjährige Anna-Lena ist Pokémonfan. Klar, dass sie sich neue Sammelkarten wünscht. Noch kein Häkchen konnte an den Punkt „gemeinsamer Weihnachtsmarktbesuch“ gesetzt werden. Der steht noch aus.
Ein weiterer Punkt war auch bereits erledigt: Das ganze Kinderheim strahlt bereits und ist weihnachtlich geschmückt. Sehr zur Freude der Kinder und auch von Freiherr Peter von Hünerbein. Der Familienforscher besuchte – nach einem ersten Abstecher im September – noch einmal das Kinderheim in Harkerode.
Der Familie von Hünerbein gehörten vor etwa 200 Jahren das Schloss und das Rittergut in Harkerode. Über all das, was er über die Geschichte des Ritterguts und die seiner Familie bereits herausgefunden hat, informierte er die Kinder bereits. Jetzt zum Nikolaustag schlüpfte der Gast dann ins Kostüm. Gemeinsam mit Knecht Ruprecht bescherte er dann die Mädchen und Jungen in der Bibliothek.
Ein heimeliges und wohliges Gefühl zu den Festtagen
„Die Adventszeit und dann vor allem die Weihnachtsfeiertage sind etwas ganz Besonderes bei uns in Harkerode“, so Sabrina Klotz. Weil nicht alle Kinder über die Feiertage im Haus sind, gibt es sogar zweimal Bescherung.
Der jungen Erzieherin gefällt an der Weihnachtszeit – neben dem festlichen Essen, für das auch der Tisch im Wohnbereich ganz besonders schick gedeckt wird – die viele Zeit, die man sich für die Kinder nehmen könne. „Nicht, dass wir uns übers Jahr nicht auch Zeit nehmen, aber es ist nochmal was Besonderes. Es kommt dabei bei allen so ein heimeliges und wohliges Gefühl auf.“
Marie und Melodie bestätigen diese Beschreibung und freuen sich schon sehr darauf: Auf Winterspaziergang, gemeinsames Kochen und Essen, auf den Weihnachtsfilm und natürlich auf die Geschenke.



Weihnachtsmarkt im Schloss
Zum 7. Dezember 2022 hatten die Harkeröder Kinder und Jugendlichen zu einen Weihnachtsmarkt im Schloss Harkerode eingeladen. Mit Unterstützung der Erzieherteams hatten sie Kuchen und Plätzchen und andere Leckereien in großen Mengen gebacken und hergestellt; die Produktion von frischen Brandmandeln, Crêpes sowie Kräppelchen wurde vorbereitet und Weihnachtsdekorationen in großer Zahl wurden von Hand angefertigt.



Und außerdem: die Tanz- und Theatergruppe des Hauses Harkerode entwickelte unter Leitung der Erzieherin Antje Büchner ein Rahmenprogramm. Mark Zager leistete künstlerische Unterstützung und Sabrina Klotz übernahm die musikalische Umrahmung. Und schließlich gelang es, Herrn Christian Hebestadt aus Hettstedt für die musikalische Abendbegleitung des Weihnachtsmarkts zu gewinnen.
Trotz des etwas durchwachsenen Wetters folgten an die achtzig Freunde und Förderer der Stiftung Kinderheim Harkerode der Einladung. Es kamen: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung Mansfeld-Südharz, es kamen Klassenlehrer und Schulleiter, es kamen Mitglieder des Lions Clubs Hettstedt, die Managementteams der Firma Reifen- und Autoservice Paselt/Stadt Mansfeld sowie des Autohaus Schmidt und Söhne/Aschersleben, es kamen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstelle Pro Familia. Und nicht zu vergessen: es kamen die Mitglieder des Vereins Kinderheim Harkerode e.V., der Kindertagesstätte Alterode sowie ehemalige Mitarbeiter der Stiftung Kinderheim Harkerode.

Ihnen allen wurde ein in jeder Hinsicht gelungenes und gemütliches Beisammensein geboten. Die Bilder belegen es mehr als tausend Worte.




Damit nicht genug. Mit großzügigen Geldspenden der Sparkasse Mansfeld-Südharz und der Firma Auto- und Reifenservice Paselt aus Mansfeld sowie einer sehr erfolgreiche Tellersammlung wurden die Projekte der Stiftung Kinderheim Harkerode unterstützt und der Taschengeldfond der Harkeröder Kinder gestärkt. Die Stiftung bedankt sich besonders bei der Sparkasse Mansfeld-Südharz, in deren Namen Frau Krause einen Scheck über 1.800 € übergab, und bei Herrn Lutz Paselt für seine generöse Spende von 1.000 €.

Ein abschließender, besonderer Dank gilt der Verbandsgemeinde Arnstein. Sie stellte den Weihnachtsmann für den Weihnachtsmarkt im Schloss von seinen anderen Aufgaben frei. So konnte er die Harkeröder Kinder und Jugendlichen weit vor dem eigentlichen Weihnachtsfest besuchen. Dabei erwies er sich als begabter und offensichtlich hochgeschätzter Tänzer in the rain.

Ein Besuch im Schloss
Am 27. September 2022 informierte Freiherr Peter von Hünerbein 18 Harkeröder Kinder und fünf ihrer Betreuer über die Geschichte des Ritterguts Harkerode. Er befand sich auf einer Radtour rund um den Harz. 500 km im eBike-Sattel! Seine Zuhörer waren fasziniert und das nicht nur wegen der sportlichen Leistung. Wer ist schon mit dem geschichtlichen Hintergrund der Gebäude vertraut, in denen man lebt oder arbeitet. Wer weiß, wie es dort früher einmal zugegangen sein mag.
Peter von Hünerbeins Vorfahren haben Schloss und Rittergut Harkerode von 1647 bis 1839, also fast zweihundert Jahre lang, besessen. Einer von ihnen, der preußische General Karl Friedrich Georg von Hünerbein, nahm an entscheidender Stelle an den Befreiungskriegen 1813-1815 gegen das napoleonische Frankreich teil. Sein älterer Bruder spielte als Justizrat eine ähnlich herausragende Rolle – allerdings am sächsischen Hof. All dies und viel mehr sei im sachsen-anhaltischen Staatsarchiv in Wernigerode ausführlich dokumentiert.
Von Harkerode aus seien die von Hünerbeins in die ganzen Welt ausgeschwärmt; der Freiherr erwähnte, er sei in Kontakt mit rund 200 lebende Familienmitglieder. Er betreibe als Amateurhistoriker familiengeschichtliche Forschung und organisiere in regelmäßigen Abständen Familienzusammenkünfte. Dabei habe er festgestellt, dass unter seinen Verwandten sehr viele ausgesprochen hochgewachsene Menschen sind. Vielleicht deute sein Familienname eher auf etwas Hünenhaftes hin als auf eine Nähe zum lieben Federvieh.
Die Zukunft von Schloss Harkerode und der Stiftung Kinderheim Harkerode sei, in den Worten Peter von Hünerbeins, sehr „aussichtsreich“. Fördermittel für die Renovierung und Sanierung stünden bereit. Die Entwicklung neuer Nutzungskonzepte sei in Angriff genommen. Die Kinder seien sich wohl bewusst, in „welch schönem Ambiente“ sie wohnten. Er wünsche sich, dass das Schloss noch lange für sie erhalten bleibt. – Und schließlich als kleine Anregung für sportlich Ambitionierte: Der Harzradrundweg sei gut ausgeschildert. Sogar vor dem Schloss fände sich ein Hinweisschild mit der Rad fahrenden Harz-Hexe.

Peter von Hünerbein (hinten links) und der harte Kern seines Harkeröder Publikums
Großzügige Förderung des Kinderheims Harkerode
Am 4. Juli 2022 überreichte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff dem Kinderheim Harkerode die Fördermittelbescheide für drei Maßnahmen nach dem Investitionsgesetz Kohleregionen.
Die drei geförderten Maßnahmen sind Teile eines Gesamtvorhabens mit dem Titel innovatives und nachhaltiges Modellprojekt zur Weiterentwicklung von modernen Kinderheimstrukturen.
Bei den drei Teilprojekten, für die Fördermittel von insgesamt knapp 3.8 Millionen EURO bereitgestellt wurden, geht es um die folgenden Maßnahmen:
1) Schloss Harkerode: Sanierung, Ausbau, energetische und brandschutztechnische Ertüchtigung des Gebäudes für die Inobhutnahme und Betreuung von Kindern und Jugendlichen
2) Wirtschaftsgebäude Schloss Harkerode: Sanierung, Ausbau, Umwidmung des Wirtschaftsgebäudes, der so genannten „Remise“, zur Nutzung durch Kinder und Jugendliche, für Aus- und Fortbildung und für die Öffentlichkeit
3) Generationsübergreifendes Wohnprojekt „Kupferblümchen“ in Hettstedt: Betreutes Wohnen für Kinder und Senioren
In seiner Erwiderung auf die Grußadresse des Ministerpräsidenten betonte Torsten Fricke, der Leiter des Kinderheims Harkerode, die Bedeutung der drei Projekte für den Strukturwandel in der Region Mansfeld-Südharz. Über die Schaffung besserer Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche hinaus werden die beiden Harkeröder Projekte die Aus- und Fortbildung von Quereinsteigern in Erzieherberufe erleichtern. Hinzu kommt in Hettstedt ein neuartiger pädagogischer Ansatz, mit dem vorhandene, jedoch nicht genutzte Betreuungspotentiale erschlossen werden sollen. In den Worten von Torsten Fricke entsprechen die drei Vorhaben „gleich in mehrfacher Hinsicht den Zielen des Investitionsgesetzes Kohleregion“.
Weitere Hintergundinformationen unter folgendem Link.

von rechts nach links: Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, Martin Sanhen und Sabrina Mrosek (technischer Leiter und pädagogische Leiterin Kinderheim Harkerode), Landrat André Schröder und Torsten Fricke (Vorstand Kinderheim Harkerode)
Beitrag in der
Mitteldeutschen Zeitung vom 24.03.2022
von Beate Thomashausen
Beitrag in der
Mitteldeutschen Zeitung vom 15.03.2022
von Beate Thomashausen
Wassersportliches
Seit Anfang Mai 2021 gibt es das „Aktionsprogramm Aufholen“. Eine Milliarde Euro will die Bundesregierung in Maßnahmen investieren, um die psycho-sozialen Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche abzufedern. Das Programm soll im kommenden Schuljahr beginnen, jedoch sind bereits im Sommer Projekte möglich.
„Lauter gute Ideen“, findet Torsten Fricke, der Leiter der Stiftung Kinderheim Harkerode, „aber schwierig zu administrieren“. Bevor die Bundesmittel fließen, wird einige Zeit vergehen, und ob die Fördermaßnahmen dann zu dem konkreten Bedarf der Stiftung passen? Sollte man nicht eigene Aufholprojekte in Angriff nehmen?
Traditionell verbringen die Kinder und Erzieher der Stiftung einen Teil ihrer Sommerferien im Regenbogencamp Suhrendorf auf der Insel Ummanz/Rügen.
Aber neun der Harkeröder Kindern können nicht schwimmen!

Trockenschwimmen und Bauchmuskeltraining
Gemeinsam mit dem Kreissportbund Mansfeld-Südharz organisiert die Stiftung daher einen Schwimmkurs im Stadtbad in Hettstedt.
Grit Schaaf vom Kreissportbund führt ihn mit Unterstützung von Katharina Dederer und Anja Riebenstahl von der Stiftung durch.
Diesmal werden alle Teilnehmer der Ferien in Ummanz schwimmen können.
Wenn nun auch noch das Wetter mitspielt, wird das was mit dem stiftungseigenen „Aktionsprogramm Aufholen“!

Erste Erfolge im nassen Element





Beitrag in der
Mitteldeutschen Zeitung vom 12.02.2021
von Beate Thomashausen

Beitrag in der
Mitteldeutschen Zeitung vom 29.01.2021
von Beate Thomashausen
Beitrag in der
Mitteldeutschen Zeitung vom 04.01.2021
von Beate Thomashausen
Beitrag in der
Mitteldeutschen Zeitung vom 13.10.2020
von Beate Thomashausen
Ein Spielplatz für die Harkeröder Kinder – oder: selbst ist die Frau, beziehungsweise der Mann
Seit Anfang 2018 ist gegenüber der Remise des Knigge-Schlosses in Harkerode ein Spielplatz für die Harkeröder Kinder geplant. Das leicht abschüssige Gelände wurde landschaftsarchitektonisch vorbereitet. Der Baumbestand wurde gelichtet. Ein Schaukelreck wurde installiert.
Das Gelände stand für die weitere Gestaltung des Spielplatzes bereit, jedoch haben die Arbeiten – unter anderem wegen fehlender Projektmittel – fast zwei Jahre lang geruht. Das hat sich mit dem Beginn der Corona Krise geändert. Die Harkeröder Kinder haben die Sache selbst in die Hand genommen!
Die Schließung ihrer Schulen hatte ungeahnte Energien freigesetzt. Das schöne Frühlingswetter Ende März und Anfang April hat die Sache zusätzlich begünstigt. Die folgenden Bilder dokumentieren den Arbeitseinsatz und die Arbeitsfortschritte.

Der Stand in Harkerode Anfang 2020: Gelände aufgeräumt, Bäume gelichtet, erste Geräte installiert

Hier ist das Zwischenergebnis der laufenden Projektphase.


Fortsetzung folgt…
Zeitungsartikel in der
Mitteldeutschen Zeitung vom 16.05.2019

Sommerferien 2018!
Auch diese Sommerferien verbringen die Harkeröder Kinder im Ostseecamp Suhrendorf, auf der Westseite der kleinen Insel Ummanz. Weit weg vom Trubel der großen Ostseebäder ist Ummanz der westlichen, ruhigeren Seite der Insel Rügen vorgelagert.
Ein flacher Bodden mit erprobt-kinderfreundlichen Badestellen liegt zwischen Ummanz und der Nachbarinsel Hiddensee. Die wiederum ist als Rückzugsort Gerhard Hauptmanns, des deutschen Literatur-Nobelpreisträgers des Jahres 1912, weltberühmt geworden.

Von Ummanz nach Hiddensee zu rudern oder zu paddeln wäre möglich, erforderte jedoch Kraftanstrengung und (zumindest) ein Boot. An eigenen Booten fehlt es, und auch fürs Windsurfen fehlt es noch an zweckdienlicher Ausrüstung. Die Harkeröder Kinder würden sich über die entsprechenden Sachspenden sehr freuen…
Strandleben geht freilich auch ohne nautisches Gerät. Und bei dem Sommerwetter diesen Jahres ist das Suhrendorfer Strandleben schwer zu toppen.

Ein Suhrendorfer Sonnenuntergang mit Hiddensee am Horizont

Vor…

…und nach einem Bodden-Tsunami
Ein Baum des Jahres für Harkerode
Seit Donnerstag, dem 21. Juni 2018, steht eine junge Ess-Kastanie im Harkeröder Schlosspark. Gestiftet wurde das schlanke, knapp vier Meter hohe Bäumchen von der Baumschule Wilhelm Ley in Meckenheim, über 450 km westlich von Harkerode.
Die Ess-Kastanie (Castanea sativa) ist der Baum des Jahres 2018. Sie verdiente sich diese Würde als ausgezeichnetes Bienennährgehölz und als Lieferant schmackhafter Nahrung für Mensch und Tier. Darüber hinaus: Ein ausgewachsener Baum bindet bis zu 18 Kilogramm Kohlendioxid pro Tag – ein wichtiger Beitrag zur Begrenzung des Treibhauseffektes. An einem heißen Tag kühlt ein solcher Baum die Umgebung, indem er rund 400 Liter Wasser verdunstet. Schließlich emittiert jeder einzelne Baum 13 Kilogramm Sauerstoff als Endprodukt der Photosynthese.
Gepflanzt wurde die Harkeröder Ess-Kastanie gemeinsam von den Herren Torsten Schweiger MdB und Markus Guhl. Herr Schweiger hat als Mitglied des Umwelt-Ausschusses des Deutschen Bundestags eine besondere professionelle Affinität zum Naturschutz. Ähnliches gilt für Herrn Guhl: er ist der Hauptgeschäftsführer des Bund deutscher Baumschulen e.V.
Gärtnerische Detailarbeit und eine erste Dusche gab es von den Kindern der Stiftung Kinderheim Harkerode, die an der Baumpflanzung begeistert teilnahmen. Nicht zuletzt durch ihre engagierte Mitwirkung gelang es, den Besuchern positive Eindrücke aus erster Hand von unserer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu vermitteln.

Torsten Schweiger MdB und Markus Guhl (rechts) bei der Pflanzarbeit – fachmännisch beobachtet von Sven Vogler, dem Leiter des Fachbereiches I der Kreisverwaltung Mansfeld-Südharz, und Torsten Fricke (im weißen Hemd), dem Vorsitzenden der Stiftung Kinderheim Harkerode

Abschluss der Pflanzungsarbeit und Bewässerung durch die Kinder der Stiftung Kinderheim Harkerode
Feier der Stiftungseröffnung im Humboldtschloss Hettstedt-Burgörner am 1. März 2017
